Marie Wiese

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Jahrgang 1963
 Physiotherapeutin und Familienberaterin Mutter von zwei Töchtern, geboren 1990 und 1993

Seit 1998 leite ich Elterngruppen, Eltern-Kind-Gruppen, Bewegungsgruppen für Kinder. Ich biete Familienberatungen, Supervisionen, Seminare, Fortbildungen und Vorträge an.

Neben der Prozessorientierten Familienberatung (Ausbildung bei Jesper Juul, Helle Jensen u.a.) ist meine Arbeit geprägt von Körperarbeit, Arbeit nach Hengstenberg, Praxis der Achtsamkeit, Kommunikation, Trauerarbeit, Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler, vorbereitete Umgebung, Familiensysteme und Gestaltarbeit.

Publikationen: Marie Wiese und Margret von Allwörden, "Vorbereitete Umgebung für Babys und kleine Kinder", Handbuch für Familien, Krippen und Krabbelstuben, Pikler Gesellschaft Berlin, 2002

Meine Philosophie

In meiner Arbeit dreht es sich um das Phänomen der Bewegung und Begegnung: die innere Bewegung in uns und die Bewegung zwischen Menschen, zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Erwachsenen und Erwachsenen, zwischen Kindern und Kindern. Es geht um die Qualitäten der Begegnung, in denen wir immer wieder aufeinander treffen, mal berührend, mal störend, mal kuschelig oder widerständlich, mal fasziniert, mal aufbrausend, mal befremdlich, mal erfüllt. Es geht um unser Bewusstsein über die eigene Perspektive und Position in der Bewegung, ob man führt oder derjenige ist, der geführt wird, ob man mit den anderen sein will oder für sich, ob man sehr gebunden ist an den emotionalen Zustand zum Beispiel in der Familie, oder ob es sich leicht und offen anfühlt.

Es gibt Momente in der Bewegung und Begegnung, da hat man das Gefühl, man versteht sich endlich wirklich, und kaum ist der Moment vorbei, sind wir schon wieder verschieden. Wir können den Moment genießen, aber nicht halten. Oft ist es gerade die Unterschiedlichkeit, an der wir wachsen und uns erfahren können.

Wir sehnen uns nach Harmonie und Verbindung. Wir wollen uns nicht alleine fühlen und haben nicht unbedingt gelernt, uns in der Unterschiedlichkeit stehen zu lassen, die Spannung und den Schmerz auszuhalten, die aus dem Gefühl der Getrenntheit entstehen können. Dabei ist es gerade die Unterschiedlichkeit, die uns bereichern und unterstützen kann und uns kreativ werden lässt.

In meiner Arbeit ist es mir wichtig, auf die Unterschiedlichkeit und Wahrheit jedes Einzelnen zu hören. Jeder hat ein Recht darauf, der zu sein, der er ist. Und wenn ich mich in meinem Sein anerkenne, ist es auch leichter dem anderen dafür Raum zu geben. Oft entsteht gerade daraus wieder das Gefühl der Verbundenheit und wir finden einen Weg unsere Liebe oder unsere Achtung dem anderen gegenüber so auszudrücken, dass dieser sie auch als solche empfinden kann.